Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Akkus

Es ist nicht unbedingt ein neues Thema, dafür aber weiterhin brandaktuell – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wie schnell ein Akku Feuer fängt, musste einer unserer Mitarbeiter gemeinsam mit seiner elfjährigen Tochter jüngst selbst erleben.

Wie es zu dem Vorfall gekommen ist, wie man ihn hätte vermeiden können und wie man sich im Gefahrenfall richtig verhält, erklären wir in diesem Ratgeberbeitrag.

Was ist passiert?

Wie bei vielen Smartphone-Usern üblich, wurde das Mobiltelefon über Nacht zum Laden mit einem Ladekabel samt Ladegerät an eine ganz normale Steckdose angeschlossen. Abgelegt wurde es für den Ladevorgang auf einem handelsüblichen Sofakissen neben dem Sofa. Nach einiger Zeit war ein dumpfer Knall und Geschrei aus dem Kinderzimmer zu hören. Die Ladeschale vom Handy wurde weggeschleudert und nur wenige Sekunden später stand nicht der Akku selbst, aber das darunter befindliche Kissen bereits in Flammen.

Glück im Unglück

Geistesgegenwärtig nahm sich unser Mitarbeiter das brennende Kissen und verfrachtete es in die Badewanne im nebenliegenden Badezimmer, wo es per Handbrause gelöscht werden konnte. Der Akku, der den Brand ausgelöst hatte, verblieb an Ort und Stelle, da keine akute Gefahr mehr von ihm ausging. Glücklicherweise kam bei diesem Zwischenfall niemand zu Schaden. Neben dem kaputten Smartphone und dem verbrannten Kissen weisen lediglich die Badewanne und das Sofa Brandflecken auf.

Was war die Ursache?

Die Ursache lässt sich im Nachhinein nicht eindeutig feststellen. Als möglicher Grund kommt generell Folgendes infrage:

  • Überhitzung des Akkus
  • Hitzestau (durch das Kissen als Untergrund)
  • Kurzschluss durch metallhaltigen Staub
  • Feuchtigkeit im Gerät
  • Beschädigter Akku (z. B. durch einen früheren Aufprall auf den Boden)

 Wie lässt sich eine solche Situation vermeiden?

Um solch eine gefährliche Situation zu verhindern, sollte im Umgang mit einem Akku Folgendes beachtet werden:

  • Smartphone niemals über Nacht aufladen
  • Auch tagsüber beim Ladevorgang nicht unbeaufsichtigt lassen, z. B. für eine längere Zeit den Raum verlassen
  • Kinder umfänglich über die Gefahren aufklären
  • Ladekabel, Ladegerät und Akku gelegentlich auf Beschädigungen prüfen und nur heiles Equipment verwenden: ein schadhafter Akku weist meist eine leichte Wölbung auf
  • Smartphone beim Ladevorgang nicht auf leicht brennbaren Materialien ablegen
  • Handy beim Ladevorgang weitest möglich von brennbaren Gegenständen fernhalten
  • Nur die Ladegeräte verwenden, die vom Hersteller für das jeweilige Akku-Modell empfohlen werden und beim Laden nach Gebrauchsanweisung vorgehen

Richtiges Verhalten bei einem Akku-Brand

Sollte der Ernstfall trotz aller präventiven Maßnahmen doch einmal eintreten, den Akku niemals mit Wasser löschen, da dieses den Brandvorgang beschleunigt. Den brennenden Akku dementsprechend mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke löschen.

Entsorgung von (schadhaften) Akkus bei Elpro

Akkus können bei unserer Elektroschrott-Annahmestelle fachgerecht entsorgt werden. Veraltete Exemplare werden der regulären Recyclingkette zugeführt. Schadhafte Akkus werden von uns in speziellen Behältnissen gesondert gelagert und ebenfalls in die Wertschöpfungskette zurückgeführt.